RUND UM ROSEN - Die kleine Rosenfibel

 

  Schnitt

Schnittgründe:
Entwicklungsgeschichte am Naturstandort dem regelmäßigen Verbiß durch das Wild anpassen, was zu einer fortlaufenden Naturverjüngung der Sträucher führte. Moderne Rosen haben die Neigungen ihrer „Vorfahren“ übernommen und verlangen nach einem regelmäßigen Schnitt, der in erster Linie die Lichtverhältnisse innerhalb der Pflanze verbessern soll. Bliebe dieser aus, träfen keine Sonnenstrahlen auf die unteren Triebbereiche.

 
    Die für die Verjüngung und die Vitalität der Rose wichtigen Neutriebe aus dem unteren Stockbereich blieben aus, die Pflanze würde vergreisen. Als Faustregel gilt: Je mehr Jungtriebe desto mehr Blüten. Ein weiterer Schnittgrund ist das artbedingte Absterben von jungen Trieben – beispielsweise bei Rugosa-Sorten, das eine ungeschnittene Rose bereits nach drei bis vier Jahren oft wie einen Methusalem aussehen lässt.

Wachstumsgesetze:
Zum Schnittumfang lassen sich keine Faustregeln aufstellen. Verallgemeinern läßt sich aber folgendes: Ein starker Rückschnitt bewirkt einen starken Neutrieb aus wenigen, langen, kräftigen Trieben; ein schwacher Rückschnitt führt zu einem schwachen Neutrieb aus zahlreichen, kurzen Trieben.

 
    Schnittführung:
Etwa 5 mm über dem Auge (Triebknospe) wird der Trieb leicht schräg mit scharfer Schere glatt abgeschnitten. Keinesfalls dürfen Zapfen (Triebstummel) nach dem Schnitt stehenbleiben, da diese nicht gut verheilen und somit Eintrittsöffnungen für Pilze bilden.
 
  Frühjahrsschnitt:
Der Rückschnitt der Rosen erfolgt im Frühjahr, etwa zu Beginn der Forsythienblüte. Der Rosenfreund schneidet geschädigte, bräunliche Triebe entweder bis in das gesunde, innen weißliche Holz oder bis zur Ansatzstelle zurück. Dünne und schwache Triebe werden ebenfalls entfernt. Nach diesen ersten Eingriffen erfolgt der eigentliche Frühjahrsschnitt, wobei die verschiedenen Rosenklassen unterschiedliche Ansprüche haben. Schnittgut wird beim Schneiden in der Hand gehalten, heruntergefallene Schnittabfälle werden nach dem Schnitt aus den Beeten und Rabatten sauber herausgeräumt. Dies hat nichts mit übertriebener Ordnungsliebe zu tun, sondern soll Pilzen und Krankheiten keinen zusätzlichen Nährboden verschaffen.
 
    Herbstschnitt:
Direkt nach dem Laubfall, vor dem Einsetzen strengen Frostes, können Edel-, Beet- und Zwergrosen aus optischen Gründen auf halbe Höhe zurückgeschnitten werden; dabei kann altes, trockenes Holz völlig entfernt werden.
 
    Sommerschnitt:
Der Sommerschnitt der Rosenblüten unterscheidet sich grundlegend von den Triebrückschnitten im Frühjahr und Herbst. Alle öfterblühenden Beet-, Zwerg-, Edel-, Strauch- und Kletterrosen können nach der ersten Blüte im Juni mit einer scharfen Rosenschere bis unter die Blüte bzw. den Blütenstand zurückgeschnitten werden. Einmalblühende Rosensorten erhalten keinen Sommerschnitt.

Das Entfernen des Verblühten regt bei öfterblühenden Sorten den Nachtrieb an und beschleunigt das Erscheinen des zweiten Blütenflores nach etwa sechs Wochen (ab August). Schnittabfälle sollten – wie beim Triebrückschnitt – sauber aus den Beeten entfernt werden, da die verblühten Rosenblüten einen Nährboden für Fäulnispilze bieten.


 
 

Der Sommerschnitt wird über dem ersten, voll ausgebildeten Laubblatt angesetzt. Meist ist dies etwa das zweite oder dritte Laubblatt unterhalb der Blüte bzw. des Blütenstandes. Oft zeigen die Rosentriebe durch einen neu einsetzenden Austrieb auch die richtige Schnittstelle. Setzen Sie den Sommerschnitt keinesfalls zu tief an. Das Laub stellt die Lunge der Rose dar. Je tiefer der Sommerschnitt angesetzt wird, desto mehr Laubfläche geht verloren. Damit die Rosen während sommerlicher Hundstage nicht außer Atem kommen, belassen erfahrene Rosenfreunde möglichst viel Laub am Stock. Ausreichend belaubte Rosen treiben rascher nach.

Mit dem Rückschnitt von Verblühtem legen Sie auch den Umfang des Hagebuttenansatzes fest. Insbesondere einfach bis halbgefüllt blühende Sorten neigen zum Fruchten. Wer die rosigen Früchte im Herbst ernten möchte, sollte Verblühtes nach der Augustblüte am Rosenstock belassen.

 

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© 2007 W. Kordes' Söhne
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Stand: August 2007
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